Engemann u. Co. Logistikgruppe · Ihr Partner für Transport & Logistik
02103/2525-0Otto-Hahn-Str. 29, 40721 Hilden
Beladung bei Engemann – Ladung, Gewicht und Volumen als Grundlage der Frachtberechnung
← GrundlagENCOach
Grundlagen

Frachtpflichtiges Gewicht & Volumengewicht berechnen

Anika Sander6. August 2026 6 Min. Lesezeit

Was kostet ein Transport? Das hängt selten nur davon ab, wie schwer die Ware ist – sondern oft davon, wie viel Platz sie einnimmt. Genau hier kommt das frachtpflichtige Gewicht ins Spiel. Wir erklären, wie es sich aus gewogenem Gewicht und Volumengewicht ergibt, mit welcher Formel Sie es berechnen – und warum leichte, aber sperrige Sendungen trotzdem teuer werden können.

Warum Gewicht und Volumen zählen

Jedes Transportmittel hat zwei Grenzen: ein maximales Gesamtgewicht und ein begrenztes Ladevolumen. Ein Lkw-Auflieger ist irgendwann „voll" – entweder weil das zulässige Gesamtgewicht erreicht ist, oder weil der Laderaum trotz geringen Gewichts keinen Kubikmeter mehr hergibt. Damit eine Spedition ihre Kapazität fair kalkulieren kann, wird für die Frachtberechnung nicht einfach das Wiegegewicht herangezogen, sondern der jeweils größere von zwei Werten.

Drei Begriffe, die man auseinanderhalten muss

Für die Preisbildung sind drei Gewichtsangaben entscheidend:

  • Gewogenes Gewicht (Wiegegewicht): das tatsächliche Bruttogewicht der Sendung inkl. Verpackung und Palette – in kg oder t.
  • Volumengewicht: ein aus dem Rauminhalt der Sendung berechnetes „Rechengewicht", das den Platzbedarf im Fahrzeug abbildet.
  • Frachtpflichtiges Gewicht: der für die Abrechnung maßgebliche Wert – immer der höhere aus gewogenem Gewicht und Volumengewicht.
Merke
Das frachtpflichtige Gewicht ist nie kleiner als das echte Gewicht. Bei kompakter, schwerer Ware entspricht es dem Wiegegewicht; bei leichter, voluminöser Ware dem Volumengewicht.

Volumengewicht berechnen – die Formel

Das Volumengewicht ergibt sich aus dem Volumen der Sendung und einem festgelegten Umrechnungsfaktor, der je nach Verkehrsträger unterschiedlich ist:

Formel Volumengewicht
Länge (m) × Breite (m) × Höhe (m) = Volumen (m³)
Volumen (m³) × Umrechnungsfaktor = Volumengewicht (kg)

Der Faktor ist standardisiert bzw. vertraglich vereinbart – siehe Tabelle.

Verkehrsträger1 m³ entsprichtFaktor (Volumen × Faktor)
Luftfracht (IATA)167 kg167
Seefracht (LCL)1.000 kg1.000
Straßengüterverkehr (Stückgut)ca. 330 kgca. 330
Übliche Umrechnungsfaktoren je Verkehrsträger. Straßenwerte werden vertraglich vereinbart und können abweichen.

Der Hintergrund: In der Luftfracht ist Platz besonders knapp – deshalb schlägt schon ein Kubikmeter mit 167 kg zu Buche. In der Seefracht gilt die Regel „1 m³ oder 1 Tonne, je nachdem was höher ist" (die sogenannte Frachttonne bzw. Revenue Ton). Im Straßengüterverkehr rechnet man gröber – oder über den Lademeter.

Volumengewicht mit dem Rechner bestimmen

Volumengewicht-Rechner

Verkehrsträger wählen, Maße eintippen – wir rechnen live.

Volumen

– m³

Volumengewicht

– kg

Frachtpflichtiges Gewicht

– kg

Hinweis: Die Ergebnisse sind eine Faustformel bzw. übliche Branchenberechnung und ohne Gewähr. Die Faktoren sind Branchen-Richtwerte (Luftfracht 167, Seefracht 1.000, Straße ca. 330 kg/m³); der maßgebliche Faktor wird vertraglich vereinbart. Bei besonderen Transporten können die Werte nach interner Berechnung abweichen – keine verbindliche Preisauskunft.

Der Lademeter – so rechnen wir im Lkw

Im internationalen Landverkehr rechnen wir in der Regel nicht nach Volumen, sondern nach Lademeter (LDM). Ein Lademeter entspricht einem Meter Ladefläche über die volle Breite des Aufliegers. Ein Standard-Sattelzug hat rund 13,6 Lademeter. Entscheidend ist also, wie viel Ladefläche Ihre Sendung belegt – die Höhe spielt dabei keine Rolle.

Formel Lademeter
Länge (m) × Breite (m) ÷ 2,40 m = Lademeter (LDM)
Lademeter × 1.650 kg = frachtpflichtiges Gewicht (kg)

2,40 m ist die Innenbreite eines Lkw-Aufliegers.

Merke
1 Lademeter = 1.650 kg frachtpflichtiges Gewicht. Eine Europalette (1,20 × 0,80 m) belegt 0,4 LDM – also 0,4 × 1.650 kg = 660 kg frachtpflichtig. Eine Palette mit 1,20 × 1,20 m belegt 0,6 LDM und damit 990 kg.

Lademeter mit dem Rechner bestimmen

Lademeter-Rechner

Palette wählen oder Maße eintippen – wir rechnen live.

Lademeter

0,40 LDM

Lademeter × 1.650 kg

660 kg

Frachtpflichtiges Gewicht

660 kg

Rechenweg: 1,20 m × 0,80 m ÷ 2,40 m = 0,40 LDM je Palette.

Hinweis: Die Ergebnisse sind eine Faustformel bzw. übliche Branchenberechnung und ohne Gewähr (1 LDM = 1.650 kg frachtpflichtig, nicht gestapelte Paletten). Bei besonderen Transporten können die tatsächlichen Lademeter nach interner Berechnung abweichen – keine verbindliche Preisauskunft.

Volumengewicht im Paketversand

Nicht nur in der Speditionsfracht zählt der Raumbedarf – auch im Paketversand rechnen Dienstleister wie DHL, DPD, UPS oder FedEx mit dem Volumengewicht. Jedes Paket wird nach seinen Außenmaßen bewertet: Übersteigt das Volumengewicht das reale Gewicht, bestimmt es die Versandkosten. So verhindern die Anbieter, dass leichte, große Kartons wertvolle Ladekapazität blockieren, ohne die Auslastung zu bezahlen.

Zur Einordnung
Engemann bietet keinen Paketversand an – wir transportieren Paletten, Stückgut und Komplettladungen. Die folgenden Infos helfen Ihnen trotzdem, Paketpreise besser einzuordnen.

Der Divisor – so rechnen Paketdienste um

Statt eines Faktors nutzen Paketdienste einen Divisor. Der Rechenweg in zwei Schritten: Zuerst das Volumen in Kubikzentimetern aus Länge × Breite × Höhe ermitteln, dann durch den Divisor teilen – bei vielen Anbietern 5.000. Das Ergebnis ist das Volumengewicht in Kilogramm. Ein Karton mit 60 × 40 × 30 cm hat 72.000 cm³; geteilt durch 5.000 ergibt sich ein Volumengewicht von 14,4 kg – unabhängig davon, wie leicht der Inhalt tatsächlich ist.

Ein weiteres Maß ist das Gurtmaß: die längste Kante plus zweimal Breite plus zweimal Höhe. Es begrenzt, wie groß ein Paket sein darf, und hat damit ebenfalls Bedeutung für Annahme und Preis. Wer die Verpackung kompakt hält, senkt Volumengewicht und Gurtmaß gleichzeitig – und damit die Versandkosten.

Unsicher, was Ihre Sendung wirklich kostet?

Schicken Sie uns die Maße und das Gewicht – wir berechnen das frachtpflichtige Gewicht und nennen Ihnen einen belastbaren Preis.

Was heißt das für Ihre Frachtkosten?

Wer Verpackung und Palettierung optimiert, spart bares Geld: Jeder ungenutzte Kubikmeter wird mitbezahlt. Umgekehrt gilt – realistische Maß- und Gewichtsangaben bei der Anfrage vermeiden Nachberechnungen. Drei Punkte lohnen sich immer:

1. Kompakt und stapelbar verpacken

Weniger Luft in der Verpackung senkt das Volumengewicht direkt.

2. Maße und Gewicht korrekt angeben

Falsche Angaben führen zu Nachberechnung – und im Zweifel zu Verzögerungen bei der Verladung.

3. Verkehrsträger bewusst wählen

Bei leichter, sperriger Ware kann See- statt Luftfracht oder eine Sammelladung deutlich günstiger sein – bei Vollcontainern lohnt der Blick auf die richtige Containerwahl und Beladung. Achten Sie außerdem auf korrekte Gewichtsangaben im CMR-Frachtbrief – Abweichungen führen zu Nachberechnungen. Genau dazu beraten wir Sie.

Achtung
Die genannten Faktoren sind Branchenstandards bzw. Faustwerte. Der maßgebliche Umrechnungsfaktor wird zwischen Auftraggeber und Spedition vereinbart und kann je nach Tarif, Relation und Verkehrsträger abweichen. Diese Information ersetzt keine verbindliche Preisauskunft.

Häufige Fragen

Was ist Volumengewicht?

Das Volumengewicht ist ein Rechengewicht, das den Platzbedarf einer Sendung abbildet. Es wird aus dem Volumen (Länge × Breite × Höhe) und einem Umrechnungsfaktor bzw. Divisor gebildet. Nimmt eine leichte Sendung viel Raum ein, wird nach dem Volumengewicht statt nach dem echten Gewicht abgerechnet.

Wie ist die Formel für die Volumenberechnung?

Das Volumen berechnen Sie mit Länge × Breite × Höhe. In der Speditionsfracht multiplizieren Sie das Volumen (in m³) mit dem Faktor des Verkehrsträgers; im Paketversand teilen Sie das Volumen (in cm³) durch den Divisor, meist 5.000. Das Ergebnis ist jeweils das Volumengewicht in Kilogramm.

Wie berechnet man das Volumen mit dem Gewicht?

Für das frachtpflichtige Gewicht vergleichen Sie beide Werte: Sie berechnen zunächst das Volumengewicht aus den Maßen und stellen es dem gewogenen Gewicht gegenüber. Abgerechnet wird der höhere Wert – so fließen Volumen und Gewicht gemeinsam in den Preis ein.

Wie rechnet man das Volumen in kg um?

Über den Umrechnungsfaktor bzw. Divisor: In der Luftfracht entspricht 1 m³ = 167 kg, in der Seefracht 1 m³ = 1.000 kg, im Straßengüterverkehr rund 330 kg. Im Paketversand wird das Volumen in cm³ durch den Divisor (z. B. 5.000) geteilt. Das Ergebnis ist das Volumengewicht in Kilogramm.

Wie berechnet man das frachtpflichtige Gewicht?

Man vergleicht das tatsächlich gewogene Gewicht mit dem Volumengewicht und nimmt den höheren Wert. Das Volumengewicht ergibt sich aus Länge × Breite × Höhe (in m) × Umrechnungsfaktor des Verkehrsträgers (Luftfracht 167, Seefracht 1.000, Straße ca. 330 kg je m³).

Wie berechnet man Lademeter?

Länge (m) × Breite (m) ÷ 2,40 m (Innenbreite des Lkw) ergibt die Lademeter. Eine Europalette (1,20 × 0,80 m) belegt 0,4 Lademeter. Das frachtpflichtige Gewicht ergibt sich aus Lademeter × 1.650 kg – für eine Europalette also 660 kg.

Was ist der Unterschied zwischen Volumengewicht und tatsächlichem Gewicht?

Das tatsächliche (gewogene) Gewicht ist das reale Bruttogewicht der Sendung. Das Volumengewicht ist ein aus dem Rauminhalt berechnetes Rechengewicht, das den Platzbedarf abbildet. Abgerechnet wird der höhere der beiden Werte.

Welcher Umrechnungsfaktor gilt in der Seefracht?

In der LCL-Seefracht gilt die Regel „1 Kubikmeter oder 1 Tonne, je nachdem was höher ist“ (Revenue Ton). Ein Kubikmeter entspricht also 1.000 kg Volumengewicht.

Warum ist Luftfracht bei leichter Ware so teuer?

Weil in der Luftfracht Platz besonders knapp ist: Schon ein Kubikmeter wird mit 167 kg Volumengewicht angesetzt (Faktor 6.000). Leichte, aber voluminöse Sendungen werden deshalb fast immer nach Volumen abgerechnet.

← Zurück zu GrundlagENCOach