Bevor ein Seecontainer beladen wird, entscheidet ein kurzer, gründlicher Blick über teure Schäden, Reklamationen und Verzögerungen im Hafen. Wir erklären, was „Containergestellung" bedeutet, welche Container-Typen es gibt und mit welcher Checkliste Sie einen Container vor der Beladung richtig prüfen – inklusive VGM und Zollverschluss.
Als Containergestellung bezeichnet man das Bereitstellen eines leeren Containers am Beladeort – etwa beim Versender, im Lager oder am Terminal. Die Spedition organisiert Abholung des Leercontainers vom Depot, Transport zur Rampe und nach der Beladung die Zustellung zum Hafen. Wichtig sind dabei die vereinbarten Fristen: Für das Be- und Entladen räumt die Reederei eine freie Zeit ein. Wird sie überschritten, fallen Standgelder an – Demurrage (Container zu lange im Hafen) oder Detention (Container zu lange beim Kunden).
Für die Planung von Gewicht und Volumen sind die Innenmaße und die maximale Zuladung entscheidend. Die wichtigsten Container-Maße der gängigen Standardcontainer – vom 20-Fuß- bis zum 40-Fuß-High-Cube-Container – als Richtwerte:
| Typ | Volumen (ca.) | Max. Zuladung (ca.) |
|---|---|---|
| 20' Standard | 33 m³ | 28.000 kg |
| 40' Standard | 67 m³ | 26.500 kg |
| 40' High Cube | 76 m³ | 26.500 kg |
| 45' High Cube | 86 m³ | 25.500 kg |
Ein Container muss wetterdicht, sauber und unbeschädigt sein. Diese Punkte sollten vor jeder Beladung geprüft werden:
Beim Packen zählen Gewichtsverteilung und Ladungssicherung. Schwere Güter nach unten und gleichmäßig über die Bodenfläche verteilen, damit keine Achse und keine Containerseite überlastet wird. Ladelücken ausfüllen oder verzurren, damit nichts verrutscht – auf See wirken erhebliche Kräfte. Die zulässige Zuladung nie überschreiten: Maßgeblich ist der Wert auf dem CSC-Schild, nicht das Volumen. Wie sich Wiege-, Volumen- und frachtpflichtiges Gewicht unterscheiden, erklären wir im Beitrag Frachtpflichtiges Gewicht berechnen.
Seit 2016 schreibt die SOLAS-Konvention vor, dass für jeden Seecontainer vor der Verladung ein verifiziertes Bruttogewicht (VGM – Verified Gross Mass) an die Reederei übermittelt wird. Zulässig sind zwei Methoden: das fertig beladene Gerät wiegen (Methode 1) oder die Einzelgewichte der Ladung plus Tara des Containers addieren (Methode 2). Ohne VGM wird der Container nicht verladen.
Läuft die Sendung im Zolltransit – etwa per Carnet TIR – muss der Container mit einem Zollverschluss (Siegel) versehen und für die Verplombung geeignet sein. Die Siegelnummer wird in den Papieren vermerkt.
Übersee-Transport oder Containergestellung geplant?
Wir organisieren Leercontainer, Beladung, VGM und Verzollung aus einer Hand – von der Rampe bis zum Zielhafen.
Containergestellung ist das Bereitstellen eines leeren Containers am Beladeort. Die Spedition holt den Leercontainer vom Depot, stellt ihn zur Beladung bereit und bringt ihn nach dem Packen zum Hafen. Für Be- und Entladen gibt es freie Zeiten; bei Überschreitung fallen Standgelder (Demurrage/Detention) an.
Gültige CSC-Plakette, Wetterdichtigkeit (Lichttest bei geschlossenen Türen), sauberer und trockener Innenraum ohne Rückstände, unbeschädigter Boden und Wände sowie funktionierende Türen und Dichtungen. Zustand und Container-Nummer per Foto dokumentieren.
VGM (Verified Gross Mass) ist das verifizierte Bruttogewicht des beladenen Containers. Seit 2016 muss es laut SOLAS vor der Verladung an die Reederei gemeldet werden – ermittelt durch Wiegen des beladenen Containers (Methode 1) oder Addition der Einzelgewichte plus Tara (Methode 2). Ohne VGM erfolgt keine Verladung.
Ein 40-Fuß-Standardcontainer fasst rund 67 m³ (High Cube ca. 76 m³) bei einer maximalen Zuladung von etwa 26.500 kg. Maßgeblich ist immer die auf dem CSC-Schild angegebene zulässige Zuladung des konkreten Containers.
Ein 20-Fuß-Standardcontainer hat Innenmaße von etwa 5,90 m × 2,35 m × 2,39 m (L×B×H), ein Ladevolumen von rund 33 m³ und eine maximale Zuladung von ca. 28.000 kg. Die genauen Maße und die zulässige Zuladung stehen auf dem CSC-Schild des jeweiligen Containers.
Autor
Thorben Zieger
Osteuropa- & GUS-Verkehre · Engemann East
Thorben Zieger steuert die Verkehre nach Osteuropa, in die GUS-Staaten und Richtung Zentralasien. Er kennt Grenzabläufe, Zolldokumente und Transitwege aus dem täglichen Betrieb.